Startpunkt für Ihre Schweden-Erkundung
Kurze Fakten über Schweden
Schwedischer Lebensstil
Tourismus in Schweden
Arbeiten & leben in Schweden
Geschäftswelt in Schweden
Ausbildung in Schweden
Skip to content
Arbeiten & leben - Raum für Entfaltung.
 

Faktenblatt TS 13

Altenfürsorge:
Erhalt der Lebensqualität

Ältere Menschen stellen einen immer größeren Anteil an der schwedischen Bevölkerung. Viele erfreuen sich guter Gesundheit und führen ein aktives Leben; die meisten wohnen in den eigenen vier Wänden. In Schweden kommt den Senioren ein größerer Anteil des Bruttoinlandsprodukts zugute als in jedem anderen Land der Welt.

Dieses Faktenblatt anzeigen und drucken

PDF (Bildschirm) PDF (hohe Auflösung)


An elderly couple having picnic in the forest
Die Altenfürsorge erleichtert den Senioren ein normales und unabhängiges Leben Foto: Kenneth Bengtsson/Naturbild

Die Pflege und Betreuung der Senioren ist ein wichtiger Aspekt der schwedischen Sozialpolitik. Von den 9,3 Millionen Einwohnern Schwedens haben 18 Prozent das Pensionsalter von 65 Jahren überschritten. Den Prognosen zufolge wird dieser Anteil 2030 bei 23 Prozent liegen. Ein Grund hierfür sind die außergewöhnlich geburtenstarken Jahrgänge der 1940er Jahre.

Öffentlich oder privat

Im Jahr 2008 betrug die durchschnittliche Lebenserwartung in Schweden für Männer 78,6 und für Frauen 83,2 Jahre. Mit 5,3 Prozent hat Schweden EU-weit den höchsten Anteil an Menschen, die 80 Jahre oder älter sind. Doch weil immer mehr Menschen in dieser Altersgruppe sich guter Gesundheit erfreuen, geht der Fürsorgebedarf seit den 1980er Jahren zurück. Der Großteil der Kosten für die Altenfürsorge wird über kommunale Steuern und Zuwendungen der öffentlichen Hand finanziert. Im Jahr 2008 beliefen sich die Gesamtkosten für die Altenfürsorge auf 91,8 Milliarden SEK (9,3 Milliarden EUR). Lediglich 4 Prozent dieser Summe wurden über Patientengebühren finanziert. Die von den Pensionären selbst zu zahlenden Gesundheitskosten werden auf der Grundlage von Bemessungstabellen subventioniert.

Der größte Teil der Altenfürsorge wird in kommunaler Regie geleistet. Manche Gemeinden haben ihre Altenpflegedienste an Dritte vergeben. Ob die Haus- oder Heimpflege von kommunalen oder privaten Trägern übernommen wird, dürfen die Betroffenen selbst entscheiden.

Unabhängigkeit

Die von den Gemeinden geleistete Altenfürsorge soll Senioren und behinderten Menschen ein normales und selbstständiges Leben in den eigenen vier Wänden ermöglichen.

Häusliche Hilfe vereinfacht das Leben

Älteren Menschen, die weiter in den eigenen vier Wänden leben, stehen zur Erleichterung des Alltags mehrere Formen der Unterstützung zur Verfügung. In fast allen schwedischen Gemeinden werden älteren und behinderten Menschen regelmäßig fertig zubereitete Gerichte nach Hause geliefert.

Two women talking and laughing
Senioren wird eine 24-Stunden-Betreuung ermöglicht Foto: Susanne Kronholm/Johnér

Fast die Hälfte der Gemeinden bietet auch gemeinsame Mahlzeiten in Tageszentren für ältere Menschen an. Einige wenige Gemeinden organisieren Seniorenteams, die in kleinen Gruppen selbst kochen.

Rund um die Uhr

Ist es einem älteren Menschen nicht mehr möglich, den Alltag allein zu bewältigen, kann er bei der Gemeinde Hauspflegedienstleistungen beantragen. Der Pflegeaufwand wird durch einen Gutachter beurteilt. Ältere Menschen mit Behinderungen können eine 24-Stunden-Betreuung erhalten und so ihren Lebensabend zu Hause verbringen. Auch für Schwerkranke gibt es die Möglichkeit der Pflege und Betreuung in der eigenen Wohnung.

Für ältere und behinderte Menschen mit Aktivierungs- und Rehabilitationsbedarf bieten die Gemeinden Tagesbetreuungsaktivitäten an. Solche Programme ermöglichen vielen Betroffenen, die an Demenz erkrankt sind oder an psychischen Behinderungen leiden, das Leben in den eigenen vier Wänden.

Fahrdienste

Ältere und behinderte Personen, die keine öffentlichen Verkehrsmittel benutzen können, haben Anrecht auf Beförderung im Taxi oder in einem Spezialfahrzeug. Allein in Stockholm werden im Rahmen dieser Dienste fast drei Millionen Fahrten pro Jahr unternommen.

Das schwedische Rentensystem

Alle schwedischen Bürger haben einen Renten- oder Pensionsanspruch, den sie zwischen dem 61. und 67. Lebensjahr geltend machen können. Das durchschnittliche Rentenalter liegt derzeit bei 64 Jahren.

Das schwedische Rentensystem ist dreiteilig und umfasst die Allgemeine Rente, die Angestelltenrente und die Private Rente. Die Allgemeine Rente ist einkommensabhängig und richtet sich nach der Zahl der Beitragsjahre. Die Garantierente, die einen Teil der Allgemeinen Rente ausmacht, stellt Menschen mit sehr geringem oder gar keinem Einkommen einen monatlichen Mindestsatz sicher. Die meisten Menschen mit Festanstellung erhalten außerdem eine vom Arbeitgeber finanzierte Angestelltenrente. Die Allgemeine Rente und die Angestelltenrente machen zusammen zwischen 60 und 80 Prozent des Renteneinkommens aus. Viele Menschen wählen eine privat finanzierte Zusatzrente.

Wie Senioren leben

Die schwedischen Gemeinden müssen bei der Planung von Wohnungen und Wohngebieten die Bedürfnisse von Senioren und Menschen mit Behinderung berücksichtigen.

Elderly woman having dinner
In Schweden gibt es ein breites Wohnangebot für Senioren Foto: Emma Jönsson/Folio

Außerdem sollen die gewerblichen und öffentlichen Dienstleistungen leicht zugänglich sein, damit die älteren Menschen weiter zu Hause wohnen und für sich selbst sorgen können. Die Anforderungen im Hinblick auf die Barrierefreiheit werden in der Gesetzgebung inzwischen besonders stringent formuliert. Die Gemeinden ermöglichen Menschen mit Mobilitätseinschränkung einen bedarfsgerechten Umbau ihrer Wohnung. Bei der Sanierung älterer Häuser werden einige der Apartments nach den Bedürfnissen und Wünschen älterer Menschen hergerichtet.

Ältere Menschen mit Behinderung haben die Möglichkeit, bei ihrer Gemeinde einen Zuschuss zur bedarfsgerechten Anpassung ihrer Wohnung zu beantragen. Wenn das Gesuch bewilligt wird, trägt die Gemeinde – ungeachtet der Vermögenssituation des Antragstellers – die gesamten Kosten. Beliebte Seniorenwohnungen In Schweden wollen immer mehr Ältere in einer Seniorenwohnung leben – in Wohnungen für über 55-Jährige, bei denen besonderes Augenmerk auf den Aspekt der Barrierefreiheit gelegt wurde. Hierzu zählen sowohl speziell konzipierte Neubauten als auch Wohnräume, bei denen die Barrierefreiheit im Rahmen einer Neugestaltung oder Renovierungen verbessert wurde.

Seniorenwohnungen sind Teil des offenen Wohnungsmarkts, und jeder kann sich nach Erreichen der entsprechenden Altersgrenze um ein solches Apartment bewerben. Seniorenwohnungen sind über private Immobilienbesitzer, kommunale Wohnungsunternehmen, Wohnungsbaugenossenschaft und Stiftungen verfügbar.

Der Anpassungsgrad variiert allerdings. Die Bewohner von Seniorenwohnungen können zu Hause mit Pflege- und medizinischen Dienstleistungen versorgt werden. Damit sich die Anwohner sicherer fühlen, haben viele Wohnanlagen einen eigenen Hausmeister. Räume, in denen gemeinsamschaftlich Mahlzeiten zubereitet werden können, sind in einigen Senioreneinrichtungen ebenfalls vorhanden.

Betreutes Wohnen

Gut 17 Prozent der über 80-Jährigen wohnen in Einrichtungen mit Personal, das 24 Stunden im Einsatz ist. Solche Wohnungen werden kommunal bereitgestellt und zugeteilt. Die meisten Personen, die rund um die Uhr auf Pflege und Unterstützung angewiesen sind, leiden an Demenz.

Gesündere Senioren dank Prävention

In den letzten Jahren wurden neue Formen der Gesundheitsvorsorge für ältere Menschen etabliert. Studien haben die Effektivität solcher Maßnahmen nachgewiesen.

Elderly man out ice-skating on a lake
Viele Senioren führen ein aktives Leben Foto: Johan Alp/Johnér

Ein Beispiel sind die körperlichen Aktivitäten auf Rezept. Den Senioren wird nicht nur einfach Bewegung verschrieben, sondern eine bestimmte Art der körperlichen Aktivität, manchmal in Kombination mit einer medikamentösen Behandlung. Ärzte überwachen das Ergebnis.

Bei älteren Menschen gehören Verletzungen zu den größten Gesundheitsproblemen. Hier werden erhebliche Bemühungen unternommen, Läsionen durch Stürze zu verringern. Die Senioren werden beraten, und kommunal angestellte Dienstleister helfen ihnen bei riskanten
Alltagstätigkeiten.

Eine Behandlungsgarantie gilt in allen Phasen der Pflege. Die Institutionen der medizinischen Grundversorgung müssen allen Behandlungsbedürftigen innerhalb von sieben Tagen einen Arzttermin anbieten. Auch darf kein Patient nach der Überweisung zu einem Facharzt länger
als drei Monate auf den Beginn seiner Therapie warten müssen. Seit Einführung der Behandlungsgarantie haben sich die Wartezeiten für die fachärztliche Behandlung verkürzt.

Heute ist es verhältnismäßig einfach, spezialisierte medizinische Versorgung in den eigenen vier Wänden zu erhalten. In den vergangenen Jahren wurde die Pflege Schwerkranker und Sterbender mehr und mehr von Krankenhäusern in Wohn- und Pflegeeinrichtungen und in die heimischen Wohnungen verlagert. Deshalb stehen die Gemeinden unter Druck, im Rahmen ihrer Altenpflegedienste entsprechend ausgebildetes medizinisches Personal bereitzustellen.


Herausgeber: Schwedisches Institut

Vom Schwedischen Institut auf www.sweden.se veröffentlicht. Alle Inhalte sind durch das schwedische Urheberrechtsgesetz geschützt. Mit Ausnahme von Fotos und Illustrationen sind Vervielfältigung, Verbreitung, Ausstellung, Veröffentlichung oder Sendung des Textes in allen Medien für nichtgewerbliche Zwecke und unter Hinweis auf www.sweden.se gestattet.


Acrobat Reader hier herunterladen: www.adobe.com

 

Sweden.se wird vom Schwedischen Institut verwaltet. Es ist ein gemeinsames Projekt von folgenden Organisationen:

A part of the official gateway to Sweden