
Prinzessin Estelle von Schweden, das erste Kind von Kronprinzessin Victoria und Prinz Daniel, wurde am 24. Februar 2012 geboren.
Foto: Kate Gabor/Kungahuset.se
Kronprinzessin Victoria und Daniel Westling wurden am 19. Juni 2010 in Stockholm getraut. Mit der Heirat bekam Daniel Westling den Titel Prinz Daniel, Herzog von Västergötland.
Nach 18 Ehemonaten erblickte das erste Kind des Paars das Licht der Welt. Die neue schwedische Thronfolgerin, Prinzessin Estelle Silvia Ewa Mary, wurde am 24. Februar 2012 im Karolinska-Universitätskrankenhaus in Stockholm geboren.
Der König von Schweden
König Carl XVI. Gustaf ist der siebte Monarch aus dem Hause Bernadotte. Er wurde am 30. April 1946 als fünftes Kind und einziger Sohn des Kronprinzen Gustaf Adolf und der Prinzessin Sibylla von Sachsen-Coburg-Gotha geboren. Gustaf Adolf kam ein Jahr später bei einem Flugzeugabsturz in Dänemark ums Leben.
Als sein Urgroßvater Gustaf V. starb und Carl Gustafs Großvater Gustaf VI. Adolf im Alter von 68 Jahren den Thron bestieg, wurde Carl Gustaf mit 4 Jahren Kronprinz von Schweden. Gustaf VI. Adolf starb nach 23-jähriger Regentschaft, und aus dem Kronprinzen wurde 1973 König Carl XVI. Gustaf.
Sein Wahlspruch lautet: „Für Schweden – mit der Zeit“.
Und es hat Klick gemacht
1972 lernte der Kronprinz seine zukünftige Gattin kennen, die 1943 in Deutschland geborene Deutsch-Brasilianerin Silvia Sommerlath. Sie begegneten sich während der Olympischen Spiele in München, wo Silvia als Chef-Hostess arbeitete. „Es hat ganz einfach Klick gemacht“, sagte das Paar bei einem Interview anlässlich seiner Verlobung 1976. Königin Silvia ist ausgebildete Dolmetscherin und weder königlicher noch adliger Abstammung. Sie ist die erste Frau auf dem schwedischen Thron, die einen Beruf ausübte. Sie hat die Rolle der Königin den modernen Zeiten angepasst und engagiert sich stark für soziale Fragen.
Drei Kinder
Das Königspaar hat drei Kinder: Kronprinzessin Victoria Ingrid Alice Désirée, Herzogin von Västergötland, geboren am 14. Juli 1977; Prinz Carl Philip Edmund Bertil, Herzog von Värmland, geboren am 13. Mai 1979; und Prinzessin Madeleine Thérèse Amelie Josephine, Herzogin von Hälsingland und Gästrikland, geboren am 10. Juni 1982.
Seit 1981 hat die königliche Familie ihren Wohnsitz in Schloss Drottningholm am Stadtrand von Stockholm. Inzwischen lebt dort nur noch das Königspaar.

Die königliche Familie: Prinz Carl Philip, Prinzessin Madeleine, Kronprinzessin Victoria, Prinz Daniel, Königin Silvia und König Carl XVI. Gustaf. Foto: Kungahuset.se
Für Schweden – mit der Zeit
Schweden ist eine der stabilsten und egalitärsten Demokratien der Welt. Die Monarchie ist tief verwurzelt und wird von einer breiten Öffentlichkeit getragen. Die von König Carl XVI. Gustaf gestaltete Monarchie wurde an die heutige Zeit angepasst.
Als Staatsoberhaupt steht der schwedische König vor allem als Symbol – einend, unpolitisch und nach der neuen Verfassung aus dem Jahr 1974 ohne formale Befugnisse. Die königlichen Verpflichtungen sind vorwiegend zeremonieller und repräsentativer Art.
König Carl Gustaf ist im Hinblick auf Umweltfragen nicht nur engagiert, sondern auch eine anerkannte Autorität. Er bekam unter anderem den USUmweltpreis Environmental Protection Agency Award. Der König zeigt ein ebenso starkes Engagement für die Pflege des schwedischen Kulturerbes und setzt sich dafür ein, die Sammlungen und Parks der königlichen Paläste der Öffentlichkeit für Besichtigungen zugänglich zu machen.
Ein aktiver Monarch
König Carl Gustaf ist ein aktiver Monarch und informiert sich laufend über die aktuellen Geschehnisse und die wirtschaftliche Entwicklung des Landes. Neben zwei bis drei Staatsbesuchen pro Jahr finden auch Auslandsreisen mit der Königlich Schwedischen Akademie der Ingenieurswissenschaften und der Weltorganisation der Pfadfinder statt. Unter dem Titel „Royal Colloquium“ veranstaltet der König in Zusammenarbeit mit schwedischen Wissenschaftlern hochkarätige Seminare zu verschiedenen Themen.
Tausende von Einladungen
Einmal wöchentlich hält König Carl Gustaf ein Planungstreffen mit der Königin, der Kronprinzessin und dem engsten Mitarbeiterstab ab. Hier wird besprochen, welche Einladungen und Anfragen der König, die Königin und die Kronprinzessin annehmen. Die Prioritäten werden festgelegt, und es wird darüber entschieden, welche Verpflichtungen am wichtigsten sind und wie die Auftritte am besten auf das ganze Land verteilt werden können. Die königliche Familie erhält Tausende von Einladungen jährlich.
Wenn der König seine Pflichten als Staatsoberhaupt – beispielsweise während einer Auslandsreise – nicht ausüben kann, übernehmen Kronprinzessin Victoria oder ihre jüngeren Geschwister Prinz Carl Philip oder Prinzessin Madeleine (in dieser Reihenfolge) vorübergehend die Geschäfte.

Kronprinzessin Victoria und Daniel Westling schlossen am 19. Juni 2010 in Stockholm die Ehe. Foto: Anders Wiklund/Scanpix
Kronprinzessin Victoria – Schwedens zukünftige Königin
Die schwedische Kronprinzessin ist eine begeisterte, vielgefragte und erfolgreiche Botschafterin für die Kultur, die Kunst und das Design ihres Landes. Ihr Enthusiasmus und ihr Wissen machen Kronprinzessin Victoria zu einer hochgeschätzten Repräsentantin Schwedens. Die Kronprinzessin ist offen und pflichtbewusst und respektiert die Traditionen.
Die zukünftige schwedische Monarchin hat eine umfassende Ausbildung genossen. Kronprinzessin Victoria begann ihre schulische Laufbahn an kommunalen Schulen und wechselte erst mit Beginn der gymnasialen Stufe an eine private Bildungsstätte. Trotz Dyslexie bestand sie 1996 das Abitur mit guten Noten, was mit einem großen Zeitaufwand und viel Energie bei der schulischen Arbeit verbunden war.
Die Studien an Universitäten und anderen akademischen Einrichtungen machen einen wichtigen Teil der Ausbildung der Kronprinzessin aus. Weil die Thronfolgerin über vielfältige Kenntnisse im Hinblick auf soziale Fragen verfügen muss, waren Kurse in verschiedenen Fächern wichtiger als die Konzentration auf ein akademisches Examen.
Studentin in Yale
Nach dem Abitur 1996 lernte die Kronprinzessin in Frankreich an der Université Catholique de l’Ouest in Angers Französisch für ausländische Studenten. Ab 1998 studierte sie fünf Semester an der Yale University in den Vereinigten Staaten und belegte Kurse in den Fächern Geologie, Geschichte und Internationale Beziehungen. Während ihrer Zeit in Yale verstärkte sich Kronprinzessin Victorias Interesse an internationalen Fragen, und sie nahm Privatstunden zu politischen Themen, schrieb eine Arbeit zur Rolle der Vereinten Nationen im Irak, absolvierte ein Praktikum bei den Vereinten Nationen in New York und in der Schwedischen Botschaft in Washington DC. Außer Schwedisch spricht die Kronprinzessin Englisch, Französisch und Deutsch.
Im Frühling 2002 setzte Kronprinzessin Victoria dann ihre internationalen Studien an der Fakultät für Friedensund Konfliktforschung an der Universität Uppsala in Schweden fort. Den Aufbau und die Funktion des schwedischen Gemeinwesens konnte sie während eines Praktikums in der Kanzlei der Ministerien und verschiedenen anderen Institutionen studieren. Über ein Ausbildungsprogramm beim Schwedischen Amt für Internationale Entwicklungszusammenarbeit (SIDA) besuchte sie Uganda und Äthiopien. Darüber hinaus machte sie ein Praktikum in den Auslandsvertretungen des Schwedischen Außenwirtschaftsrats in Berlin und Paris, durchlief eine grundlegende militärische Ausbildung und besuchte Kurse an der Führungsakademie der Schwedischen Gesamtverteidigung in Stockholm.
Politische Wissenschaften
Auch die weiteren Studien der Kronprinzessin in gesellschaftswissenschaftlichen Fächern waren anspruchsvoll. Der Kurs in Verfassungspolitik umfasste Fragen der Anwendungen und Auswirkungen von Bestimmungen im Hinblick auf das Wahlsystem, den Parlamentarismus, Referenden, den Föderalismus und das Gerichtssystem. Außerdem absolvierte die Kronprinzessin staatswissenschaftliche Kurse.
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Kronprinzessin Victoria auf dem Nobelbankett 2010. Foto: Scanpix |
Weibliche Thronfolge
Seit 1980 ist die Thronfolge in Schweden kognastisch. Das bedeutet, dass das erstgeborene Kind des Königspaars ungeachtet seines Geschlechts den Thron erbt.
Die Aufgaben des schwedischen Staatsoberhaupts sind in der Verfassung festgehalten. Der Thronfolger sollte so ausgebildet sein, dass er Schweden auf konstitutionell korrekte Weise repräsentieren kann. Die Art und Weise der Repräsentation sollte auch vom Volk getragen werden, denn letztlich kann das Staatsoberhaupt seinen Pflichten nur erfolgreich nachkommen, wenn es die Unterstützung der Bevölkerung hat. Kronprinzessin Victoria hat ein gutes Vorbild in ihrem Vater König Carl Gustaf, der die schwedische Monarchie modernisiert und neu gestaltet hat. Sie wird eines Tages das siebzigste gekrönte Staatsoberhaupt Schwedens und die dritte Monarchin in der Geschichte des Königreichs Schweden sein.
Herausgeber:
Schwedisches Institut
Erscheinungsdatum:
Juni 2012
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