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Geschäftskultur

In Schweden ist das Geschäftsleben entspannter und egalitärer als in vielen der Nationen, mit denen das Land Handel betreibt. Der Chef ist Teil des Teams, Entscheidungen werden im Konsens getroffen, die Ferien sind lang und die Kaffeepausen heilig.

 Egalitarismus ist ein Schlüsselthema in der schwedischen Gesellschaft und ein wichtiger Faktor im Büroalltag. Die Führungskräfte haben keinen gesonderten Speisesaal, und der Chefschreibtisch steht oft nicht weit entfernt von den Tischen der Mitarbeiter. Der Egalitarismus scheint auch bei der konsensbasierten Entscheidungsfindung durch. Leidenschaft, Streitlust und Mit-der-Faust-auf-den-Tisch-Schlagen, wie man es in manchen Kulturen beobachten kann, sind dem schwedischen Führungsstil fremd. Mitarbeiter bekommen bei wichtigen Entscheidungen nicht die Pistole auf die Brust gesetzt, sondern sie werden um ihre Meinung gefragt. Dieser Hang zum Konsens zeigt sich an den vielen – Außenstehende würden vielleicht sagen: übertrieben vielen – Geschäftsbesprechungen, die an einem durchschnittlichen Arbeitstag anstehen. Andererseits kann so gewährleistet werden, dass jeder zu Wort kommt.

Frauen in Führungspositionen sind keine Seltenheit: Der Frauenanteil in den Vorständen börsennotierter Unternehmen liegt derzeit bei rund 25 Prozent, der Frauenanteil im Management börsennotierter Unternehmen beträgt gut 30 Prozent. Und auch wenn das de facto kein Geschlechtergleichgewicht ist, so ist die schwedische Quote doch doppelt so hoch wie der europäische Durchschnitt. In einem Bericht des Weltwirtschaftsforums wurden Schweden und seine nordischen Nachbarn als „Leistungsträger und wahrhafte Führer“ in Sachen Geschlechtergleichstellung bezeichnet.

Die schwedische Geschäftskleidung ist leger – im morgendlichen Pendlerzug sieht man kaum Männer im Anzug oder Frauen im Kostüm –, und ungeachtet der Hierarchiestufe im Unternehmen wird jeder mit dem Vornamen angesprochen.

Schweden werden von ihren Kollegen aus Übersee oft darum beneidet, wie sie Arbeit und Freizeit in Einklang bringen können. In fast keinem anderen Land der Welt ist der Elternurlaub so großzügig geregelt wie in Schweden, und viele Angestellte nutzen flexible Arbeitszeiten, um vor der Arbeit ins Fitnessstudio zu gehen oder um die Kinder von der Schule abzuholen. Am besten stellen Sie sich darauf ein, dass Sie in den Sommermonaten – speziell im Juli – wohl keine Geschäfte mit schwedischen Firmen zustande bekommen: Die meisten Schweden machen im Sommer vier bis sechs Wochen Ferien.

Zwischen ausgedehnten Ferien, frühen Feierabenden, langen Elternurlaubsphasen und vielen Kaffeepausen scheint der durchschnittliche schwedische Arbeitnehmer bemerkenswert effizient zu sein – und er trägt seinen Teil dazu bei, dass das Land reich, innovativ und erfolgreich ist.


 

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