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Schwedische Mode und Design

Der Ausspruch „Weniger ist mehr“ beschreibt prägnant, was die schwedische Mode im Wesentlichen ausmacht: eine Vorliebe für dezente Farben und eine diskrete, raffinierte Erscheinung. Wie in vielen anderen Lebensbereichen haben die Schweden auch im Hinblick auf ihre Kleidung einen Hang zum Pragmatischen. Doch dies hat nichts mit mangelnder Kreativität zu tun, wie die Modeschau von Beckmans Designhochschule jedes Jahr beweist.

Der Einzelhandelsriese H&M vertreibt seit Langem weltweit Schwedenästhetik für fast jeden Geldbeutel, und etlichen innovativen Designern aus Schweden wird internationaler Ruhm zuteil. Was als „schwedisches Modewunder“ bezeichnet wurde, begann mit Jeans-Marken wie Acne, Nudie, WESC und Cheap Monday. Jeans-Mode ist in Schweden nach wie vor im Trend, und inzwischen etablieren sich auch kleinere Labels in diesem Marktsegment. Die Haute Couture – mit Vertretern wie Lars Wallin und dem von der königlichen Familie geschätzten Pär Engsheden – floriert ebenfalls und veredelt den für Schweden typischen lässigen Look.

Gleichzeitig wird immer stärker auf die Auswüchse der Konsumgesellschaft reagiert. So wächst auch der Second-Hand-Markt für Mode ständig. Was dieses Jahr Haute Couture ist, kann nächstes Jahr Straßenkleidung sein. Das Umweltbewusstsein der Verbraucher kommt allmählich auch bei den Modedesignern an, und so beweisen Modeschöpfer und Konsumenten gemeinsam, dass „öko“ und „chic“ keine Gegensätze sind.

Design

Von Möbeln über Glaserzeugnisse bis hin zu Textilien: Das faszinierende, funktionelle schwedische Design hat Bestand. Viele Designobjekte, die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts entworfen wurden, darunter die Möbel von Joseph Frank, Carl Malmsten und Bruno Mathsson, sind auch heute noch begehrt.

Seit dem Durchbruch des Funktionalismus auf der Stockholm Exhibition des Jahres 1930 diktierte beim schwedischen Design weitgehend die Funktion die Form. Allgemein wird schwedisches Design mit reinen Linien, hellem Holz und Benutzerfreundlichkeit gleichgesetzt. Das hat sicherlich auch mit Ikea zu tun, aber im Grunde begann alles mit dem Pamphlet Schönere Alltagsgegenstände. Darin sprach sich der schwedische Kunsthistoriker Gregor Paulsson 1919 nachdrücklich dafür aus, ästhetische Objekte der breiten Masse zugänglich zu machen – und beeinflusste damit das schwedische Design fast des ganzen 20. Jahrhunderts. Paulssons Konzept eines demokratischen, nicht-elitären Designs ist bis heute aktuell, und es ist bemerkenswert, wie wichtig Design im Alltagsleben der Schweden ist.

Die heutige Designergeneration will durch ihre Werke kommunizieren und nicht „nur einfach“ nützliche Dinge schaffen. Indem Funktion und Emotion zusammengebracht werden, wächst die kreative Bandbreite, und der Stil des Reinen und Einfachen wird infrage gestellt. Etliche Designer arbeiten disziplinübergreifend; das Rezept, mit dem sie hochoriginelle Werke schaffen, besteht oft darin, die Grenzen zwischen Kunst, Kunsthandwerk und Design aufzuheben und mit überraschenden Materialien zu gestalten.


 

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