
Die schwedische Landesflagge, die ein gelbes Kreuz auf blauem Grund zeigt, geht mindestens auf das 16. Jahrhundert zurück
Foto: Magnus Mårdin/Linkimage
Das dünn besiedelte Schweden wird durch lange Küsten, ausgedehnte Wälder und viele Seen gekennzeichnet. Es ist eines der nördlichsten Länder der Welt und größenmäßig vergleichbar mit Spanien, Thailand oder dem US-Staat Kalifornien. Die Grenzen Schwedens sind seit 1905 unverändert geblieben, und das Land hat seit 1814 keinen Krieg mehr erlebt.
Extreme Kontraste
Schweden erfährt starke Gegensätze zwischen langen Sommer- und kurzen Wintertagen. In den Landesteilen nördlich des Polarkreises geht die Sonne im Sommer gar nicht unter, aber auch auf dem Breitengrad von Stockholm (59°N) wird es in den Juninächten nur ein paar Stunden lang halbdunkel.
Der Golfstrom
Trotz seiner nördlichen Lage genießt Schweden günstige Witterungsabläufe. Das ist vor allem der klimamildernden Wirkung des warmen Golfstroms bzw. Norwegischen Stroms zu verdanken.
Skandinavien war mehrmals komplett von Eis bedeckt. Das Gewicht und die Bewegung der Eismassen der jüngsten Eiszeit, die erst vor rund 10 000 Jahren zu Ende ging, prägten die Landschaft maßgeblich: Die bis zur Oberfläche anstehenden Felsen wurden so rund geschliffen, wie es auch für die schwedischen Schären charakteristisch ist, und Senken wurden zu Tälern und wassergefüllten Hohlformen vertieft.
Landschaftsvielfalt und reiche Tierwelt
Mit seinen verschiedenartigen Landschaften bietet Schweden im Norden Bären und Wölfen und im Süden Rehen und Wildschweinen Lebensraum. Eine vielfältige Flora und ein reiches aquatisches Leben tragen zur Biodiversität des Landes bei.
Viele der schwedischen Landschaften sind von Kiefern- und anderen Nadelwäldern dominiert; im Süden stehen große Laubwälder mit Bäumen wie Birke und Espe. Wegen ihres Kalksteinuntergrunds und des günstigen Klimas weisen die Inseln Gotland und Öland sowie Teile des Skandinavischen Gebirges eine interessante Flora mit zahlreichen Orchideenarten auf.
Aufwärtstrend
Neben einer bezaubernden Szenerie kann Schweden auch mit einer reichen und vielfältigen Fauna aufwarten. Der Wolf zum Beispiel breitet sich immer mehr im Norden und in der Mitte des Landes aus, und auch die Bär-, Luchs- und Wildschweinbestände werden größer. In ganz Schweden leben viele Elche, Rehe, Füchse und Hasen. Der Elch ist bei Jägern beliebt, stellt aber auch eine Verkehrsgefahr dar. Die Jagd ist streng reguliert, und viele Tierarten dürfen gar nicht bejagt werden. Zur Wintervogelfauna Schwedens gehören nur ein paar wenigen Arten, aber im Sommer suchen viele Zugvögel aus dem Süden das Land auf.

In Schweden leben 300 000 bis 400 000 Elche
Foto: Kent Storm/Johnér
Mit seinen langen Küsten und vielen Seen verfügt Schweden auch über ein reiches aquatisches Leben. Kabeljau und Makrele können im Atlantik genauso gefunden werden wie Lachs und Hecht im relativ wenig salzhaltigen Bottnischen Meerbusen sowie in Seen und Flüssen. War Hering früher einmal Grundnahrungsmittel, gilt er heute eher als Delikatesse.
Nationalparks
Schweden war 1910 das erste europäische Land, das – vor allem in den Gebirgsgegenden Norrlands – Nationalparks gründete. Nicht zuletzt dadurch konnten Teile der letzten Wildnis Europas vor der Ausbeutung geschützt werden. Im ganzen Land wurden auch zahlreiche weitere Naturgebiete und Kulturensembles unter Schutz gestellt.
Das so genannte Jedermannsrecht erlaubt es allen Menschen, sich frei in der Natur zu bewegen und Beeren und Pilze zu sammeln, ohne die Erlaubnis des Grundeigentümers einholen zu müssen. Im Gegenzug hat man aber mit der Natur und Privateigentum rücksichtsvoll umzugehen.
Die schwedischen Hoheitszeichen
Zu den schwedischen Hoheitszeichen gehören die blau-gelbe Flagge, zwei Reichswappen, die Drei Kronen und die Nationalhymne.
Die ältesten urkundlichen Darstellungen des gelben Kreuzes auf blauem Grund gehen auf das 16.
Jahrhundert zurück. Aufgrund des von einem goldenen Kreuz geteilten blauen Reichswappens fand sich das gelbe Kreuz immer schon auf schwedischen Kriegsflaggen und -bannern.
Nachdem sie lange ein Symbol der „Drei Weisen Könige“ gewesen waren, werden die Drei Kronen bereits seit 1336 oder möglicherweise sogar schon früher als schwedisches Hoheitszeichen geführt.
Das kleine Reichswappen
Abbildung: Schwedisches Reicharchiv
Seit 1916 wird der 6. Juni als Tag der Schwedischen Flagge gefeiert. 1983 wurde dieser Tag schließlich auch zum Nationalfeiertag, der seit 2005 arbeitsfrei ist. Die Wahl fiel aus zwei Gründen auf den 6. Juni: Erstens war mit der Krönung König Gustav I. Wasas am 6. Juni 1523 die Grundlage dafür gelegt worden, dass Schweden ein selbstständiger Staat wurde. Zweitens war am 6. Juni 1809 eine neue Verfassung angenommen worden, in der auch die bürgerlichen Grundrechte definiert wurden.
Die schwedische Nationalhymne
Der text der schwedischen Nationalhymne („Du gamla, Du fria“) wurde vom Volkskundler und Balladendichter Richard Dybeck (1811–1877) geschrieben und Mitte des 19. Jahrhunderts in Anlehnung an ein Volkslied aus der historischen Provinz Västmanland vertont. Um 1900 wurde das Lied so häufig gesungen, dass es allmählich als Nationalhymne betrachtet wurde.

Übersetzung der schwedischen Nationalhymne
Du alter, du freier, du berghoher Nord,
du stiller, du voller Herrlichkeiten!
Gegrüßt seist du, lieblichster Erdenort,
dein Licht, dein Himmel, deine grünen Weiten,
dein Licht, dein Himmel, deine grünen Weiten.
Du thronst auf dem Erbe einst ruhmreicher Jahr,
als weithin dein Name groß geworden.
Ich weiß, dass du bist und du wirst, was du warst.
Ja, leben, sterben will ich nur im Norden!
Ja, leben, sterben will ich nur im Norden!
Hören Sie hier die Melodie der Nationalhymne.
Karte von Schweden

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Karte: Norstedts Kartor
Herausgeber:
Schwedisches Institut
Erscheinungsdatum:
November 2010
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