
Lisa Ohlins „Simon” (2011) mit Helen Sjöholm und Jonatan S. Wächter in den Hauptrollen. Foto: Dan Lausten/Nordisk Film
Tomas Alfredson führte Regie bei der Verfilmung von John le Carrés Dame König As Spion (2011). Sein Vampirdrama So finster die Nacht (2008) räumte 2008 auf dem Tribeca Film Festival in New York die Auszeichnung als Best Narrative Feature ab.
Die gefeierte Schauspielerin Pernilla August debütierte 2010 mit dem Spielfilm Bessere Zeiten als Regisseurin. Das sich in ärmlichen Verhältnissen abspielende Mutter-Tochter-Drama konnte auf internationalen Filmfestivals mehrere Preise einheimsen.
Patrik Eklund, einer der besten schwedischen Kurzfilmregisseure, wählte für seinen ersten Spielfilm „Flimmern“ (Flimmer, 2012) die Erzählform der Komödie. Eklunds „Verschlissen“ (Slitage, 2009) gewann 2009 den Canal+ Award für den Besten Kurzfilm bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes. Der Kurzfilm „Statt Abrakadabra“ (Istället för Abrakadabra, 2008) brachte Eklund 2010 eine Oscar-Nominierung ein.
Daniel Espinosa gelang der Durchbruch 2010 mit der Verfilmung von Jens Lapidus’ Kriminalroman Easy Money – Spür die Angst. Hollywood war angetan – und beauftragte Espinosa, beim Actionthriller Safe House (2012) mit Ryan Reynolds und Denzel Washington Regie zu führen.
Josef Fares’ erster Spielfilm Jalla! Jalla! (2000) ist eine Komödie über die Liebe, die keine kulturellen Grenzen kennt. Zu Fares’ jüngeren Werken gehören die Polizeikomödie Kops (2003), der teilweise autobiographische Film „Zozo“ (Zozo, 2005), das Rachedrama „Leo“ (Leo, 2007) und die Liebeskomödie „Der Vater“ (Farsan, 2010).
Lukas Moodysson hatte seinen Durchbruch 1998 mit Raus aus Åmål (Fucking Åmål). Seither führte er bei etlichen Filmen Regie, so zum Beispiel bei Zusammen! (2000) über eine Kommune in den 1970ern, Lilya 4-ever (2002) über ein russisches Mädchen, das Opfer der Zwangsprostitution wird, und Mammut (2009) mit Michelle Williams. Sein jüngster Film „Wir sind die Besten!“ (Vi är bäst!) soll im Laufe des Jahres 2012 erscheinen.
Babak Najafis mit Spannung erwarteter Nachfolgefilm Easy Money 2 soll 2012 auf die Leinwand kommen. Najafi wurde international für „Sebbe“ (Sebbe, 2010) gefeiert. Der Film über den isolierten 15-jährigen Sebbe errang bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin 2010 den Preis für den Besten Erstlingsfilm.
Ruben Östlunds jüngstes Werk „Spiel“ (Play, 2011) handelt von einer Gruppe schwarzer Jungen, die weiße Mittelklassekinder ausrauben. Der kontroverse Film arbeitet mit den wechselseitigen Vorurteilen beider Lager. Östlund ist auch bekannt für seine Tragikomödie „Die Unfreiwilligen“ (De ofrivilliga, 2008) zum Thema Gruppenzwang.
Bemerkung des Herausgebers: Titel in Kursivschrift = offizieller deutscher Titel; Titel in Anführungszeichen = ersatzweise erläuternde Übertragung des in Klammern stehenden Originaltitels für diese Veröffentlichung
Förderung des schwedischen Films
Die schwedischen Filmfördermaßnahmen sind darauf zugeschnitten, die Produktion, Bewerbung und Distribution von Qualitätsfilmen zu unterstützen, das schwedische Filmerbe zu erhalten und zu pflegen und schwedische Filme im Ausland bekannt zu machen.
Sie sollen auch die regionale und lokale Filmkultur unterstützen und die Arbeitsbedingungen für Filmemacherinnen verbessern. Mit der Verwaltung und Zuteilung der entsprechenden Gelder und anderer Fördermittel ist das Schwedische Filminstitut betraut.
Gemäß dem neuen Filmabkommen, das am 1. Januar 2013 in Kraft tritt und bis 31. Dezember 2015 gilt, wird der schwedische Film durch die Regierung, die Filmindustrie und Fernsehgesellschaften finanziert. Im Jahr 2010 beliefen sich die Beiträge auf eine Summe von ungefähr 379 Millionen SEK (42 Millionen EUR).
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„Die Reuigen“ (Ångrarna, 2010) von Marcus Lindeen handelt von zwei Transsexuellen, die ihre Geschlechtsumwandlung bereuen. Foto: Atmo
Pfiffige Dokumentarfilmer
Schweden produziert seit Jahren preisgekrönte Dokumentarfilme.
Jens Assurs Drama „Der letzte Hund in Ruanda“ (Den sista hunden i Rwanda, 2005) wurde 2007 sowohl auf dem Tribeca Film Festival in New York als auch auf den Kurzfilmfestspielen Festival du Court-Métrage de Clermont-Ferrand als bester Kurzfilm ausgezeichnet.
Fredrik Gertten wurde vom USLebensmittelgiganten Dole für seinen Film „Bananas!*“ (Bananas!*, 2009) verklagt, der von einem Konflikt zwischen dem Unternehmen und den Plantagenarbeitern in Nicaragua handelt. Der Streit zwischen Gertten und Dole wird im Nachfolgefilm „Große Jungs, völlig übergeschnappt!*“ (Big Boys Gone Bananas!*, 2011) dokumentiert, der auch im schwedischen Parlament gezeigt wurde.
Marcus Lindeen erregte großes Aufsehen mit seinem Dokumentarfilm „Die Reuigen“ (Ångrarna, 2010), der von zwei Transsexuellen handelt, die ihre Geschlechtsumwandlung bereuen. Lindeen war auch Koregisseur bei „Glorreiche Unfälle“ (Accidentes Gloriosos, 2012), der auf den Internationalen Filmfestspielen von Venedig 2011 in der Sektion Orizzonti prämiert wurde.
Nahid Persson Sarvestanis Farah Diba – Die Kaiserin und ich (2009) ist ein Porträt von Farah Pahlavi, der ehemaligen Kaiserin des Iran. In ihrem neuen Film „Gefangene in der Hölle“ (Prisoners in Hell, 2012) besucht Persson Sarvestani iranische Freunde, die – wie sie selbst – vor über dreißig Jahren aus politischen Gründen aus dem Iran fliehen mussten.

Alexander Skarsgård trat in die Fußspuren seines Vaters Stellan – wie auch seine beiden jüngeren Brüder. Foto: Michael Nelson/Scanpix
Berühmte Schweden in Hollywood
Lasse Hallströms Mein Leben als Hund (1985) wurde zweifach für den Oscar nominiert. Im Jahr 1993 führte Hallström Regie bei Gilbert Grape – Irgendwo in Iowa mit Johnny Depp und Leonardo DiCaprio. Anschließend gelangen ihm Kassenschlager wie Power of Love (1995), Chocolat ... ein kleiner Biss genügt (2000), Schiffsmeldungen (2001), Ein ungezähmtes Leben (2005), Casanova (2005), Das Leuchten der Stille (2010) und Lachsfischen im Jemen (2011). Im Jahr 2011 kehrte Hallström nach Schweden zurück, um nach zwanzig Jahren wieder einen schwedischen Film einzuspielen: „Der Hypnotiseur“ (Hypnotisören, 2012).
Mikael Håfström führte bei mehreren kommerziell erfolgreichen Horrorfilmen und Thrillern Regie, darunter Entgleist (2005), Zimmer 1408 (2007) und The Rite – Das Ritual (2011). Sein nächster Film, der 2013 erscheinen soll, ist der Actionthriller „Das Grabmal“ (The Tomb) mit Arnold Schwarzenegger und Sylvester Stallone in den Hauptrollen.
Auf Lena Olin wurde die Welt durch Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins (1988) aufmerksam. Seither arbeitete sie mit Regisseuren wie Ingmar Bergman, Roman Polanski und Sydney Pollack. Sie war zu sehen im Film Chocolat ... ein kleiner Biss genügt (2000), bei dem ihr Ehemann Lasse Hallström Regie führte, und spielt auch in dessen jüngstem Streifen, dem Thriller „Der Hypnotiseur“ (Hypnotisören, 2012), eine Hauptrolle.
Noomi Rapace stellte in den Filmen der Millenium-Trilogie Lisbeth Salander dar. Danach übernahm sie Rollen in Sherlock Holmes – Spiel im Schatten (2011), Prometheus – Dunkle Zeichen (2012) und „Leidenschaft“ (Passion, 2013).
Mit seiner Rolle in Lars von Triers Breaking the Waves (1996) begeisterte Stellan Skarsgård viele internationale Zuschauer. In der Folge war der Schauspieler auch in Filmen wie Good Will Hunting – Der gute Will Hunting (1997), King Arthur (2004), Pirates of the Caribbean – Fluch der Karibik 2 (2006), Pirates of the Caribbean – Am Ende der Welt (2007), Mamma Mia! (2008), Thor (2011) und Verblendung (2011) zu sehen.
Alexander Skarsgård, Stellan Skarsgårds Sohn, debütierte im Alter von gerade mal acht Jahren in Åke und seine Welt (1984). Vielen dürfte der Schauspieler als Vampir aus der Fernsehserie True Blood (2008) bekannt sein. Skarsgård wirkte auch in Filmen mit wie Straw Dogs – Wer Gewalt sät (2011), Lars von Triers Melancholia (2011) und Battleship (2012).
Peter Stormare wurde international bekannt durch seine Rolle als Bösewicht im Film Fargo (1996), bei dem die Cohen-Brüder Regie führten. Viele erinnern sich auch an seine Darstellung des zerfahrenen Russen in Armageddon – Das Jüngste Gericht (1998). In Vergessene Welt: Jurassic Park (1997), Bad Company – Die Welt ist in guten Händen (2002), Minority Report (2002), Constantine (2005) und Das Kabinett des Dr. Parnassus (2009) war Stormare ebenfalls zu sehen.

„Vorstadt-Kids“ handelt von Amina. Unlängst in Schweden angekommen, ist sie nach dem Tod ihres Großvaters sich selbst überlassen.
Foto: Sandrew Metronome
Schwedische Muss-Filme
- „Vorstadt-Kids“ (Förortsungar), Regie Catti Edfeldt und Ylva Gustavsson, 2006
- Zurück nach Dalarna!, Regie Maria Blom, 2004
- Zusammen!, Regie Lukas Moodysson, 2000
- Fannys Farm, Regie Colin Nutley, 1992
- Mein Leben als Hund, Regie Lasse Hallström, 1985
- Fanny und Alexander, Regie Ingmar Bergman, 1982
- „Die Gesellschaftsreise“ (Sällskapsresan), Regie Lasse Åberg, 1980
- Eine schwedische Liebesgeschichte, Regie Roy Andersson, 1970
- Das Ende einer großen Liebe, Regie Bo Widerberg, 1967
- Sie tanzte nur einen Sommer, Regie Arne Mattsson, 1951
Herausgeber:
Schwedisches Institut
Erscheinungsdatum:
Maj 2012
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