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7. Feb. 2007

Der schwedische Skiort Åre im Rampenlicht

von: Anders Porter, freier Autor
Die Alpinen Ski-Weltmeisterschaften machen den schwedischen Skiort Åre momentan zur Hauptstadt der Skiwelt. Rund 100 000 Gäste und Zuschauer sind angereist, und die schwedische Mannschaft ist so richtig heiß auf den Wettkampf.

Vom 3. bis 18. Februar starten bei den vom Internationalen Skiverband FIS veranstalteten Alpinen Ski-Weltmeisterschaften die besten Skifahrer der Welt. Den Besuchern wird nicht nur eine aufregende Medaillenjagd, sondern auch ein reichhaltiges Programm mit Live-Unterhaltung und Ausstellungen geboten. In Åre, 670 km nordwestlich von Stockholm, stellen sich ungefähr 350 Skiläufer aus 63 Nationen den sportlichen Herausforderungen an den neu gebauten und umgestalteten Abhängen und kämpfen um zehn Titel und einen Mannschaftstitel.

Das Damenteam ist bereit für die Startmaschine
Die schwedische Mannschaft ist natürlich begeistert davon, dass der Wettkampf auf heimischem Boden stattfindet. Jessica Lindell Vikarby, Mitglied der Frauenriege, meint: „Ich habe mich schon seit Ewigkeiten gefreut. Was für ein Rummel – die ganze Planung und Organisation für dieses Ereignis. Ein phantastisches Erlebnis!“

Jessica Lindell Vikarby vom schwedischen Team hofft bei den Alpinen Ski-Weltmeisterschaften in Åre auf Höchstleistung.
Jessica Lindell Vikarby vom schwedischen Team hofft bei den Alpinen Ski-Weltmeisterschaften in Åre auf Höchstleistung. Foto: Nisse Schmidt

Lindell Vikarby ist überzeugt davon, dass die schwedische Damenriege konkurrenzfähig ist. „Wir haben gute Chancen“, sagt die Athletin. „Mehrere von uns sind derzeit in Topform. Therese Borssén hat in letzter Zeit ausgezeichnete Leistungen geboten, und Anja Pärson ist in vielen Disziplinen Favoritin.“

Und ihre eigenen Chancen? „Es lief prima beim Worldcup-Rennen in Cortina d’Ampezzo in Italien, deshalb habe ich zur Zeit ein gutes Gefühl“, sagt Lindell Vikarby. „Von einer Medaille träumen natürlich alle, aber ich habe den Eindruck, dass ich im Moment bessere Chancen auf einen Podestplatz habe als früher.“

Auch die schwedischen Ski-Herren stehen in den Startlöchern
Bei den letzten Alpinen Ski-Weltmeisterschaften in Åre 1954 gewann Stig Sollander die Bronzemedaille in der Kombination – die einzige Medaille für die Herrenriege. Der Trainer der Herren, Helmuth Krug, ist überzeugt, dass seine Schützlinge wieder Medaillen gewinnen können.

„Im Moment sind wir sehr stark im Slalom“, meint Krug. „Eine schwedische Slalom-Medaille in Åre wäre also keine Überraschung.“ Dass sowohl Markus Larsson als auch André Myhrer und Jens Byggmark dieses Jahr bereits Worldcup-Triumphe feiern konnten, steigert natürlich die Erwartungen.

Krug meint, die Mannschaft freue sich riesig darauf, auf schwedischem Schnee antreten zu dürfen. Er sagt: „Die Jungs machen im Moment alle einen ziemlich unbeschwerten Eindruck. Der Wettkampf in vertrauter, angenehmer Umgebung scheint sie besonders zu motivieren.“

Außerdem trägt auch die Bedeutung des Wettkampfes für ihr Heimatland zur Begeisterung der Männer bei: „Seit Schweden zum letzten Mal die Alpinen Ski-Weltmeisterschaften ausrichtete, sind über fünfzig Jahre vergangen“, erklärt Krug. „Wer weiß schon, wann wieder Ski-Weltmeisterschaften bei uns stattfinden.“

Åre hat aufgerüstet
Mit den Vorbereitungen für die Alpinen Ski-Weltmeisterschaften 2007 wurde im Jahr 2002 begonnen. Damals gewann Åre die Kandidatur um die Austragung des Wettkampfes mit dem Versprechen, das Sportereignis mit einem großen und vielfältigen Kultur- und Unterhaltungsprogramm zu umrahmen. Mit einem solchen Vorschlag wartete kein anderer Skiort auf.

Station Åre ist eines der nagelneuen Gebäude im Skiort.
Station Åre ist eines der nagelneuen Gebäude im Skiort. Illustration: Tengbom

In den vergangenen fünf Jahren wurden Hotels und Restaurants errichtet, Rennstrecken entworfen, gebaut und mit neuen Schneekanonen aufgerüstet sowie das Begleitprogramm organisiert. Nun ist Åre der perfekte Gastgeber für einen erstklassigen Wettkampf und eine unvergessliche Après-Ski-Party.

Das Unternehmen Åre 2007 AB, das für die Planung und Organisation der Weltmeisterschaften und des Rahmenprogramms verantwortlich ist, investierte 21 Millionen Euro in die alpine Arena. Dieser Betrag schließt die Kosten für den Bau eines Tunnels für die Straße E14 unter dem Zieleinlauf ein.

Volles Programm
„Neben der Organisation des Wettkampfes, bei der wir auf unsere Erfahrungen als Skination zurückgreifen konnten, sorgen wir auch für die richtige Festival-Atmosphäre“, sagt Titti Rodling, Presse- und Informationsbeauftragte von Åre 2007.

„Gäste und Zuschauer sind zu einem Allround-Erlebnis eingeladen, bei dem ihnen nicht nur Skisport der Weltklasse, sondern auch ganztätige Begleitprogramme mit Musik-, Mode- und Design-Veranstaltungen geboten werden.“

Fakten

  • Die Eröffnungsfeier für die vom Internationalen Skiverband FIS veranstalteten Alpinen Ski-Weltmeisterschaften 2007 fand am 2. Februar statt. Die Schlussfeier geht am 18. Februar über die Bühne.
  • Die schwedische alpine Ski-Mannschaft gewann in der Geschichte der Weltmeisterschaften 25 Medaillen (12 Gold-, 4 Silber- und 9 Bronze-Medaillen).
  • Anja Pärson gewann bei jeder der letzten drei Weltmeisterschaften Medaillen (4 Gold-, 1 Silber- und 1 Bronze-Medaille).
  •  Wenn sie beim Skirennen Musik hören dürfte, würde sich Jessica Lindell Vikarby zu „One“ in der Version von U2 und Mary J. Blige die Hänge hinunterstürzen.
  • Der Schwede Ingemar Stenmark nimmt mit anderen Skilegenden am SkiStar Invitational teil, einer Wohltätigkeitsveranstaltung für die Stiftung Active Life Foundation.
  • Rund 1 500 Journalisten verfolgen die Veranstaltung. Sechs Länder berichten live aus Åre (Schweden, Deutschland, die Schweiz, die USA, Finnland und Italien).

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Anders Porter lebt im etwa 250 km westlich von Stockholm gelegenen Grythyttan. Er ist freier Autor, Journalist, Übersetzer und Englisch-Trainer. Weil der Kalifornier den rechten nicht vom linken Ski unterscheiden kann, qualifizierte er sich nicht für Åre.

Für den Inhalt dieses Artikels ist allein der Autor verantwortlich.

Übersetzung: Stefanie Busam Golay

Klassifizierung: A180TY

© Foto 1: Olivier Morin / Pressens Bild
© Foto 2: Nisse Schmidt
© Foto 3: REUTERS / Scanpix
© Illustration: Tengbom


 

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