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Advent

von Po Tidholm

Anfang Dezember sind die hellen Stunden des Tages drastisch verringert. Schon am Nachmittag sinkt die Sonne hinter den Horizont. Der erste Advent bedeutet die ersehnte Verheißung des Weihnachtsfestes. Die Geschäftsleute kündigen in ihren Annoncen schon ab Mitte November unübersehbar Weihnachten an; die Schaufenster sind schon weihnachtlich dekoriert und der öffentliche Weihnachtsschmuck in den Straßen ist bereits installiert.

Dekorationen halten die Dunkelheit fern

Auch wenn der Weihnachtsschmuck der Geschäfte einem bestimmten Zweck dient, erfüllt er doch ein größeres Bedürfnis: die Dunkelheit zu besiegen. Im ganzen Land holen die Schweden ihre elektrischen Leuchter hervor – oft steht in jedem Fenster einer – und  stellen auf dem Grundstück einen elektrisch erleuchteten Tannenbaum auf.

In ganz Schweden werden Adventssterne und elektrische Leuchter in die Fenster gestellt.
In ganz Schweden werden Adventssterne und elektrische Leuchter in die Fenster gestellt. Foto: Miriam Preis/imagebank.sweden.se

In Nordschweden, wo im Sommer die Mitternachtssonne scheint, geht die Sonne zu dieser Zeit des Jahres gar nicht auf. „Bald geht es wieder aufwärts“, sagen die Schweden zu einander, wenn sie sich treffen. Die Wintersonnenwende am 21. Dezember rückt näher, und danach kehrt das Licht zurück.

Countdown vor Weihnachten

Am ersten Advent wird auch die erste Kerze am Adventsleuchter angezündet. Es ist jedes Mal ein stimmungsvolles und besonderes Ereignis. Jeden Sonntag bis Weihnachten wird eine weitere Kerze angesteckt, bis alle vier brennen.

Die Erwartungen der Kinder steigern sich von Kerze zu Kerze. Im Fernsehen wird der Adventskalender für Kinder in vierundzwanzig Folgen gesendet; auch das funktioniert wie ein Countdown für Weihnachten.

In den Städten werden Jahr für Jahr Weihnachtsmärkte für Kunsthandwerk und Weihnachtsschmuck veranstaltet, und zu Hause beginnt man nach und nach mit der Weihnachtsbäckerei.

Glögg und Pfefferplätzchen

Der Dezember ist in den schwedischen Familien einer der hektischsten Monate. Die Arbeitsbelastung ist um diese Zeit des Jahres stets drückend; vieles soll in kurzer Zeit geschafft werden, bevor die arbeitsfreie Zeit beginnt. Für die Kinder bringt der Dezember eine ganze Reihe von Abschlüssen, Vorführungen und Aktivitäten.

Der so heiß ersehnte Weihnachtsfrieden kommt erst später, wenn auch das letzte „Muß“ des Dezembers erledigt ist und Weihnachten ernstlich anfängt. Am ersten Advent treffen sich viele Schweden und trinken glögg, gewürzten heißen Wein mit Rosinen und geschälten Mandeln, und dazu isst man Pfefferplätzchen.

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Po Tidholm ist freier Journalist und schreibt als Kritiker für die Stockholmer Tageszeitung Dagens Nyheter. Po Tidholm verfasste den Haupttext darüber wie und was die Schweden feiern.

Agneta Lilja ist Dozentin in Volkskunde an der Hochschule Södertörn, Stockholm. Agneta Lilja verfasste die Textteile über die Geschichte schwedischer Traditionen und Feste.

Für die in dieser Internetfassung vertretenen Ansichten sind allein die Autoren verantwortlich.

Übersetzung: Wolfgang Butt

Copyright: 2004 Agneta Lilja, Po Tidholm und Schwedisches Institut. Dieser Text wird vom Schwedischen Institut auf www.sweden.se veröffentlicht.


 

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